Veröffentlicht am Di., 2. Apr. 2019 12:37 Uhr

Ausstellung 7. April bis 2. Juni 2019, Freitag, Sonntag und Montag 10 bis 13 Uhr
in der Ev.Weihnachtskirche, Haselhorster Damm 54-58 13599 Berlin
Eröffnung im Gottesdienst mit Gästen, am So. 7. April um 10 Uhr

Die Ausstellung widmet sich – auf 16 Tafeln – dem schwierigen Erbe, das Martin Luther hinterlassen hat. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert.

Auch sein übriges Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz ohne Gnade.

Lucas Cranach und seine Schule haben diese Auffassung Luthers auf vielen Bildern umgesetzt. Durch Wort und Bild ist seine negative Sicht der Juden durch die Jahrhunderte hin wirk­sam geworden. Das jüdische Selbstbild blieb bedeutungslos, obwohl Jesus, wie Luther anfangs betonte, „ein geborner Jude“ war.

Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem belastenden Erbe von Luthers Judenfeind­schaft zu stellen. Hier reiht sich die Ausstellung ein. Sie wird von der Evangelischen Kirche Berlin­Brandenburg­schlesische Ober­lausitz und dem Touro College Berlin getragen. Auf ihren Tafeln erhalten jüdische und christliche Perspektiven Raum.

Auf Anfrage Ausstellungsbegleitung für Schulklassen und Gruppen
Kontakt: Pfarrerin Claudia Goede, Tel. 334 1771
Pfarrer Dr. Lorenz Wilkens, Tel. 897 88 022

Titelbild: Ausschnitt aus dem Weimarer Altarbild von Lucas Cranach mit dem Motiv Gesetz und Evangelium (Stadtkirche St. Peter und Paul, 1555)

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