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Erste Stolpersteinverlegung nach der Corona-Pandemie für die Familie Salomon

Erste Stolpersteinverlegung nach der Corona-Pandemie für die Familie Salomon


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Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Mai 2022, 12:00 Uhr
Erste Stolpersteinverlegung nach der Corona-Pandemie für die Familie Salomon

von Brigitte Körner, HÎNBÛN

Wir Kolleginnen von HÎNBÛN waren dabei, als am Mittwoch, dem 11. Mai, an der Ecke Brunsbütteler Damm / Grünhofer Weg Stolpersteine für Recha, Ernst und Johanna Salomon verlegt wurden, die hier im dritten Stock eines Wohnhauses gelebt haben.

Gudrun O´Daniel Elmen, Erinnerungsbeauftragte des Kirchenkreises Spandau, hatte zu der Stolpersteinverlegung eingeladen und berichtete aus dem Leben der Familie Salomon.

Bis 1956 hieß der Grünhofer Weg noch Stettiner Straße und auf dem Parkplatz von „Kaufland“ stand ein großes Altberliner Eckhaus, in dem die Familie zuhause war. Das Besondere an Ernst Salomon war, dass er sich relativ sicher wähnte in seiner Stellung in der sogenannten „Selbstverwaltung“ bei der Mitwirkung der Reichsvereinigung und der Berliner Jüdischen Gemeinde bei den Deportationen. Erst zum Ende dieser Maßnahmen wurde auch er mit seiner Frau „auf Reisen geschickt“ - trotz der umschreibenden Formulierung wird er gewusst haben, dass diese Reise kein gutes Ende haben würde. So haben vielleicht einige Juden in ihren beruflichen Stellungen gedacht, sich und anderen jüdischen Freundinnen und Freunden helfen zu können. Am Ende ein bitteres Ende. Ernst Salomon und seine Frau Johanna wurden 1943 nach Theresienstadt und von da aus nach Auschwitz deportiert und gingen vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft in die Gaskammer. Recha Salomon starb schon 1940, vermutlich hat sie sich das Leben genommen.

HÎNBÛN hat die "Putzpatenschaft" für diese Stolpersteine übernommen, um die Erinnerung an die Familie Salomon wachzuhalten. Die Pflege der Stolpersteine hat für die Besucherinnen von HÎNBÛN eine besondere Bedeutung, weil viele von Ihnen selber durch Krieg und Vertreibung Familienangehörige verloren haben. Wir denken auch an die noch lebenden Angehörigen der Familie Salomon. Die Enkelin von Recha Salomon und Großnichte von Ernst Salomon forderte insbesondere junge Menschen auf, verantwortungsvoll zu handeln, damit nie wieder Familien vor Verfolgung fliehen müssen und voneinander getrennt werden.